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Prepaid Kreditkarte: Deine Ausgaben immer im Griff

Infografik: Prepaid-Kreditkarte — Kein Dispo nur aufgeladenes Guthaben, Keine Schufa in der Regel kein Eintrag, 50 € Haftung bei Verlust · § 675v BGB.

Eine Prepaid-Kreditkarte ist genau genommen keine Kreditkarte, sondern eine Guthabenkarte im Kreditkartenformat. Du lädst sie auf und kannst nur ausgeben, was darauf ist. Genau das macht sie für manche Situationen ideal — und für andere ungeeignet.

Dieser Ratgeber erklärt die Unterschiede zu echten Kreditkarten, zeigt die üblichen Gebührenfallen und sagt, wofür sich die Karte wirklich eignet.

Was eine Prepaid-Kreditkarte ist

Eine Prepaid-Kreditkarte ist genau genommen keine Kreditkarte, sondern eine aufladbare Guthabenkarte im Kreditkartenformat. Das Prinzip: erst aufladen, dann bezahlen. Einen Kreditrahmen gibt es nicht, überziehen kannst Du die Karte nicht. Ausgeben lässt sich nur, was vorher als Guthaben darauf liegt.

Ausgegeben werden diese Karten von Banken und Finanzdienstleistern als Visa oder Mastercard. Damit funktionieren sie überall dort, wo diese Zahlungssysteme akzeptiert werden — im Geschäft, im Internet und beim Geld abheben am Automaten, weltweit. Viele Anbieter stellen zusätzlich eine virtuelle Karte bereit, die sofort nach der Bestellung in der App verfügbar ist und sich für Online-Zahlungen nutzen lässt.

Der entscheidende Unterschied zur klassischen Kreditkarte: Weil die Bank kein Geld vorstreckt, ist keine Bonitätsprüfung nötig. Eine Prepaid-Kreditkarte bekommen deshalb auch Nutzer mit negativer Schufa, Auszubildende, Studierende und in vielen Fällen Jugendliche ab 16 Jahren.

Prepaid, Debitkarte oder echte Kreditkarte?

Drei Kartentypen werden im Alltag oft verwechselt. Der Unterschied liegt darin, woher das Geld kommt:

Prepaid Debitkarte Echte Kreditkarte
Deckung vorher aufgeladenes Guthaben Girokonto, sofortige Buchung Kreditrahmen der Bank
Bonitätsprüfung meist keine Girokonto nötig ja
Schufa-Eintrag in der Regel nein über das Konto ja
Überziehung möglich nein nur über Dispo ja, bis zum Limit
Mietwagen und Hotel oft nicht akzeptiert teilweise ja
Kostenkontrolle sehr hoch hoch gering

Die Debitkarte ist heute der häufigste Kompromiss: Sie bucht direkt vom Girokonto ab, verlangt keine Vorabaufladung und ist bei vielen Direktbanken kostenlos. Wer ohnehin ein Girokonto hat, fährt damit meist günstiger als mit einer Prepaid-Karte. Die Prepaid-Kreditkarte spielt ihre Stärke dort aus, wo kein Girokonto oder keine ausreichende Bonität vorhanden ist — oder wo ein fest begrenztes Budget gewünscht wird.

Die drei Kartentypen im Detail

Prepaid Debit Echte Kreditkarte
Deckung vorher aufgeladenes Guthaben Girokonto, sofortige Buchung Kreditrahmen der Bank
Bonitätsprüfung meist keine Girokonto nötig ja
Schufa-Eintrag in der Regel nein über das Konto ja
Überziehung möglich nein nur über Dispo ja, bis zum Limit
Zahlungsziel keines keines bis zu 4 Wochen zinsfrei

Der wesentliche Unterschied: Bei einer echten Kreditkarte räumt Dir die Bank einen kurzfristigen Kredit ein und rechnet monatlich ab. Bei der Prepaid-Karte gibt es keinen Kredit — und damit auch keine Verschuldungsmöglichkeit.

Wofür sich die Karte eignet

  • Bei negativer Schufa. Weil kein Kredit gewährt wird, findet meist keine Bonitätsprüfung statt. Für viele ist es der einzige Weg zu einer Karte mit Kreditkartenlogo.
  • Für Jugendliche. Viele Anbieter geben Prepaid-Karten ab 14 oder 16 Jahren aus, teils mit Zustimmung der Eltern. Ein Kreditvertrag wäre in dem Alter ohnehin nicht möglich.
  • Zur Ausgabenkontrolle. Wer zu Impulskäufen neigt, hat mit dem Guthabenlimit eine harte Grenze.
  • Für Onlinekäufe bei unbekannten Shops. Ein Missbrauch begrenzt sich auf das aufgeladene Guthaben.
  • Auf Reisen als Zweitkarte. Für den Fall, dass die Hauptkarte verloren geht oder gesperrt wird.

Reicht das Guthaben nicht, ist die Frage eine andere. Was kleine Summen als Kredit tatsächlich kosten, ordnen Minikredit und Kleinkredit ein.

Wo die Grenzen liegen

Mietwagen und Hotels. Das ist der häufigste Stolperstein. Beide reservieren eine Kaution auf der Karte, was bei Prepaid-Karten oft nicht funktioniert — das Guthaben wird blockiert oder die Karte gar nicht akzeptiert. Wer einen Mietwagen buchen will, braucht in aller Regel eine echte Kreditkarte.

Kein Zahlungsziel. Der Zinsvorteil einer echten Kreditkarte — bis zu vier Wochen zinsfreies Zahlungsziel — entfällt vollständig.

Kein Aufbau von Bonität. Weil die Karte in der Regel nicht in der Schufa erscheint, verbessert die pünktliche Nutzung auch nicht Deinen Score.

Wie das Aufladen funktioniert

Guthaben lädst Du per Überweisung von Deinem Girokonto, per Echtzeitüberweisung, in der App oder — bei manchen Anbietern — mit einer Guthabenkarte aus dem Supermarkt oder Kiosk. Die Überweisung braucht ein bis zwei Werktage, die Echtzeitüberweisung wenige Sekunden.

Achte darauf, ob der Anbieter für das Aufladen eine Gebühr verlangt. Üblich sind ein bis drei Prozent des aufgeladenen Betrags — bei 200 Euro im Monat sind das bis zu 72 Euro im Jahr, allein fürs Aufladen. Anbieter mit kostenloser Aufladung per Überweisung gibt es ebenfalls, sie sind im Vergleich klar zu bevorzugen.

Die Gebühren im Blick behalten

Prepaid-Karten sind selten kostenlos. Diese Posten solltest Du im Preisverzeichnis prüfen:

  • Jahresgebühr — häufig zwischen 20 und 60 Euro
  • Aufladegebühr — teils pro Vorgang, teils prozentual
  • Abhebegebühr am Geldautomaten, im Ausland oft zusätzlich
  • Fremdwährungsentgelt bei Zahlungen außerhalb der Eurozone
  • Inaktivitätsgebühr bei längerer Nichtnutzung
  • Auszahlung des Restguthabens bei Kündigung

Rechne die Gebühren auf Deine tatsächliche Nutzung hoch. Bei häufigen kleinen Aufladungen kann eine Karte mit höherer Jahresgebühr, aber kostenlosem Aufladen günstiger sein.

Was bei Verlust gilt

Auch bei Prepaid-Karten greift der Schutz des Zahlungsdiensterechts. Bei nicht autorisierten Zahlungen nach Verlust oder Diebstahl haftest Du nach § 675v BGB grundsätzlich nur bis 50 Euro — vorausgesetzt, Du hast die Karte unverzüglich nach Kenntnis sperren lassen und nicht grob fahrlässig gehandelt.

Grob fahrlässig ist etwa, die PIN zusammen mit der Karte aufzubewahren. Nach der Sperrung entfällt die Haftung vollständig.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Prepaid-Kreditkarte?
Eine aufladbare Guthabenkarte im Kreditkartenformat. Du lädst sie vorher auf und kannst nur ausgeben, was als Guthaben darauf liegt. Einen Kreditrahmen gibt es nicht. Ausgegeben wird sie als Visa oder Mastercard und funktioniert damit weltweit zum Bezahlen und Geld abheben.
Wie lade ich eine Prepaid-Kreditkarte auf?
Per Überweisung vom Girokonto, per Echtzeitüberweisung oder in der App des Anbieters. Manche Karten lassen sich zusätzlich mit Guthabenkarten aus dem Handel aufladen. Prüfe die Aufladegebühr: Ein bis drei Prozent je Aufladung sind üblich, es gibt aber auch kostenlose Angebote.
Welche Kosten können entstehen?
Jahresgebühr (0 bis 40 Euro), Aufladegebühr (0 bis 3 Prozent), Gebühren fürs Geld abheben am Automaten und ein Fremdwährungsentgelt von meist 1,75 bis 2 Prozent außerhalb der Eurozone. Für den Vergleich zählt die Summe aller Posten, nicht die Grundgebühr allein.
Für wen ist eine Prepaid-Kreditkarte geeignet?
Für alle, die ohne Bonitätsprüfung eine Karte brauchen: bei negativer Schufa, ohne festes Einkommen, für Jugendliche ab 16 Jahren und für Reisende, die nur ein begrenztes Budget mitnehmen möchten. Auch als Zweitkarte fürs Internet ist sie sinnvoll, weil im Schadensfall nur das Guthaben betroffen ist.
Ist eine Prepaid-Kreditkarte eine echte Kreditkarte?
Nein. Der Name ist irreführend — es wird kein Kredit gewährt. Deshalb wird die Karte an manchen Stellen nicht akzeptiert, an denen ein Kreditrahmen vorausgesetzt wird: typischerweise bei Mietwagenfirmen und in Hotels, die eine Kaution reservieren wollen.
Ist eine Prepaid-Karte eine echte Kreditkarte?
Nein. Sie hat das Format und das Logo, aber keinen Kreditrahmen. Du kannst nur ausgeben, was Du vorher aufgeladen hast — deshalb entfällt auch das zinsfreie Zahlungsziel echter Kreditkarten.
Bekomme ich eine Prepaid-Karte trotz Schufa-Eintrag?
In der Regel ja. Weil kein Kredit gewährt wird, findet meist keine Bonitätsprüfung statt. Für viele ist sie der einzige Weg zu einer Karte mit Kreditkartenlogo.
Kann ich damit einen Mietwagen buchen?
Meist nicht. Autovermieter und viele Hotels reservieren eine Kaution auf der Karte, was bei Prepaid-Karten oft nicht funktioniert. Dafür brauchst Du in aller Regel eine echte Kreditkarte.
Verbessert die Karte meinen Schufa-Score?
Nein. Weil sie in der Regel nicht in der Schufa erfasst wird, wirkt sich auch die pünktliche Nutzung nicht positiv aus. Für den Aufbau von Bonität ist sie ungeeignet.
Welche Gebühren fallen an?
Je nach Anbieter Jahresgebühr, Aufladegebühr, Abhebegebühr, Fremdwährungsentgelt, Inaktivitätsgebühr und Kosten für die Auszahlung des Restguthabens. Rechne sie auf Deine tatsächliche Nutzung hoch.
Wer haftet bei Verlust oder Diebstahl?
Nach § 675v BGB haftest Du bei nicht autorisierten Zahlungen grundsätzlich nur bis 50 Euro, wenn Du die Karte unverzüglich sperren lässt und nicht grob fahrlässig gehandelt hast. Nach der Sperrung entfällt die Haftung.
Gibt es Prepaid-Karten für Jugendliche?
Ja, viele Anbieter geben sie ab 14 oder 16 Jahren aus, teils mit Zustimmung der Eltern. Eine echte Kreditkarte ist vor dem 18. Geburtstag nicht möglich, weil dafür ein Kreditvertrag nötig wäre.
Durchschnittliche Effektivzinssätze für Konsumentenkredite, Stand Juli 2026 Zinsbindung bis 1 Jahr: 6,35 Prozent. Zinsbindung über 1 bis 5 Jahre: 7,05 Prozent. Zinsbindung über 5 Jahre: 9,00 Prozent. Alle Konsumentenkredite: 8,23 Prozent. Zinsbindung bis 1 Jahr 6,35 % Zinsbindung über 1 bis 5 Jahre 7,05 % Zinsbindung über 5 Jahre 9,00 % Alle Konsumentenkredite 8,23 % Effektivzins p. a. im Neugeschäft, Stand Juli 2026
Für Ratenkredite maßgeblich ist die Zinsbindung von ein bis fünf Jahren (hervorgehoben). Bei längeren Bindungen verlangen Banken deutlich mehr. Quelle: Deutsche Bundesbank, MFI-Zinsstatistik.

Aktuelle Kreditzinsen in Deutschland

Laufzeit / Zinsbindung Effektivzins p. a.
Alle Konsumentenkredite 8,23 %
Zinsbindung bis 1 Jahr 6,35 %
Zinsbindung über 1 bis 5 Jahre 7,05 %
Zinsbindung über 5 Jahre 9,00 %

Durchschnittliche Effektivzinssätze im Neugeschäft deutscher Banken, Stand Juli 2026 (vorläufiger Wert). Quelle: Deutsche Bundesbank, MFI-Zinsstatistik. Es handelt sich um Durchschnittswerte — Dein persönlicher Zinssatz hängt von Bonität, Laufzeit und Anbieter ab.

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