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Renovierungskredit: Die perfekte Finanzierung für Dein Projekt

Infografik: Renovierungskredit — 296,52 € Rate · 30.000 €, 60 Monate, 20 % Steuerbonus auf Handwerkerleistungen, 1.200 € Höchstbetrag pro Jahr · § 35a EStG.

Ein Renovierungskredit finanziert Arbeiten an Wohnung oder Haus, ohne dass eine Grundschuld eingetragen wird. Er ist damit schneller und unbürokratischer als eine Baufinanzierung — dafür aber auch teurer. Ab welcher Summe sich der Wechsel lohnt, lässt sich ausrechnen.

Dieser Ratgeber zeigt die Kosten, grenzt Renovierung von Modernisierung ab und erklärt, welche Förderungen Du zusätzlich nutzen kannst.

Renovierung, Sanierung, Modernisierung

Die Begriffe werden oft vermischt, haben aber unterschiedliche Folgen — vor allem steuerlich und bei der Förderung:

Begriff Bedeutung Beispiele
Renovierung optische Auffrischung streichen, tapezieren, Bodenbeläge
Sanierung Beseitigung von Schäden Feuchtigkeit, marode Leitungen, Dachschaden
Modernisierung Verbesserung des Standards Dämmung, neue Heizung, Fenstertausch

Für die Bank ist die Unterscheidung meist unerheblich — sie vergibt in allen drei Fällen einen Ratenkredit. Wichtig wird sie bei Förderprogrammen: Die KfW fördert energetische Maßnahmen, also Modernisierung, nicht das Streichen der Wände.

Was ein Renovierungskredit kostet

Maßgeblich ist der Bundesbank-Durchschnitt für Ratenkredite, derzeit 6,93 Prozent effektiv bei ein bis fünf Jahren Zinsbindung. Die aktuellen Werte findest Du in der Tabelle weiter unten.

Ein Beispiel über 15.000 Euro:

Laufzeit Monatsrate Zinskosten gesamt
36 Monate 462,68 Euro 1.656 Euro
60 Monate 296,52 Euro 2.791 Euro
84 Monate 225,88 Euro 3.974 Euro

Beachte den Sprung bei 84 Monaten: Bei Laufzeiten über fünf Jahre steigt der Durchschnittszins auf fast neun Prozent, die tatsächlichen Kosten liegen dann noch höher als hier gerechnet.

Wer einen Renovierungskredit aufnehmen kann

Anders als bei einer Baufinanzierung musst Du für einen Renovierungskredit weder Eigentümer sein noch Eigenkapital mitbringen. Das unterscheidet ihn deutlich von zweckgebundenen Immobiliendarlehen:

Immobilienbesitzer Mieter
Renovierungskredit zur freien Verwendung ja ja
Zweckgebundener Renovierungskredit ja, meist zu günstigeren Zinsen je nach Anbieter
Modernisierungskredit ja nein
Baufinanzierung mit Grundschuld ja nein
Steuerbonus § 35a EStG ja ja, für selbst getragene Kosten

Immobilienbesitzer haben den Vorteil, dass sie zwischen mehreren Wegen wählen können und beim zweckgebundenen Kredit in der Regel günstigere Zinsen bekommen. Mieter sind auf den Ratenkredit zur freien Verwendung angewiesen — dafür brauchen sie keine Nachweise über die geplanten Arbeiten einzureichen.

Wie hoch der Renovierungskredit sein sollte

Kalkuliere die Renovierungskosten möglichst genau, bevor Du den Kredit beantragst. Wer zu knapp rechnet, muss nachfinanzieren — und zwei Kredite kosten mehr als einer über dieselbe Summe. Diese Posten werden regelmäßig unterschätzt:

  • Material und Werkzeug, wenn Du in Eigenleistung streichen, tapezieren oder neue Bodenbeläge verlegen willst
  • Entsorgung von Altmaterial, Container und Abfuhr
  • Folgearbeiten, die sich erst beim Öffnen von Wänden oder Böden zeigen
  • Zwischenunterkunft, falls die Wohnung zeitweise unbewohnbar ist
  • Preissteigerungen zwischen Angebot und Ausführung bei längeren Vorlaufzeiten

Ein Puffer von zehn bis fünfzehn Prozent auf die kalkulierte Summe ist realistisch. Wichtig ist zugleich, die Höhe nicht unnötig aufzublähen: Jeder Euro Kreditsumme kostet über die Laufzeit Zinsen, und eine zu hohe monatliche Rate schränkt den Spielraum für Jahre ein.

Wann sich die Baufinanzierung lohnt

Wer eine Immobilie besitzt, hat eine Alternative: die Aufstockung der bestehenden Baufinanzierung oder ein grundschuldbesichertes Darlehen. Die Zinsen liegen dort deutlich niedriger, weil die Bank eine erstklassige Sicherheit erhält.

Dem stehen einmalige Kosten gegenüber. Für die Eintragung einer Grundschuld fallen Notar- und Grundbuchgebühren an, die sich nach der Höhe richten — bei 30.000 Euro sind das grob 400 bis 600 Euro.

Die Faustregel: Bis etwa 30.000 Euro ist der Ratenkredit meist die bessere Wahl, weil die Nebenkosten den Zinsvorteil auffressen. Darüber lohnt die Grundschuld zunehmend. Bei größeren Vorhaben lohnt es sich, beide Varianten konkret durchrechnen zu lassen.

Förderung nicht vergessen

Bei energetischen Maßnahmen gibt es Zuschüsse und zinsverbilligte Kredite, die den Eigenanteil erheblich senken:

  • KfW-Programme für Einzelmaßnahmen wie Dämmung, Fenster oder Heizungstausch — als Kredit mit Tilgungszuschuss oder als direkter Zuschuss
  • BAFA-Förderung für Heizungsoptimierung und Anlagentechnik
  • Landesprogramme. Viele Bundesländer und Kommunen fördern zusätzlich
  • Steuerbonus nach § 35c EStG. Für energetische Maßnahmen an selbstgenutztem Wohneigentum lassen sich über drei Jahre insgesamt 20 Prozent der Kosten von der Steuerschuld abziehen, maximal 40.000 Euro

Wichtig: Förderanträge müssen in aller Regel vor Auftragsvergabe gestellt werden. Wer erst den Handwerker beauftragt und dann den Antrag stellt, geht leer aus. Bei den KfW-Programmen ist zudem meist eine Energieberatung Voraussetzung.

Handwerkerleistungen absetzen

Unabhängig von der Förderung lassen sich Handwerkerleistungen nach § 35a EStG steuerlich geltend machen: 20 Prozent der Lohnkosten, maximal 1.200 Euro pro Jahr. Absetzbar sind ausschließlich Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten, nicht das Material.

Zwei Bedingungen sind zwingend: Es muss eine Rechnung vorliegen, und sie muss überwiesen worden sein. Barzahlung schließt den Abzug aus — auch mit Quittung.

Gehört die Renovierung zum Kauf, rechnet der Hauskredit beides zusammen. Für den langfristig zinsgesicherten Teil gibt es Bausparvertrag als Finanzierungsbaustein.

Worauf Du beim Kredit achten solltest

  • Puffer einplanen. Bei Renovierungen kommen erfahrungsgemäß 10 bis 20 Prozent unvorhergesehene Kosten dazu. Ein zu knapper Kredit zwingt später zur teuren Nachfinanzierung
  • Laufzeit an die Nutzungsdauer koppeln. Eine Heizung hält 20 Jahre, ein Anstrich fünf — die Finanzierung sollte nicht länger laufen als das, was sie finanziert
  • Effektivzins vergleichen und schufaneutral anfragen
  • Förderung zuerst klären, dann den Restbetrag finanzieren
  • Zweckgebundene Angebote prüfen. Manche Banken bieten Modernisierungskredite zu besseren Konditionen als Kredite zur freien Verwendung

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Renovierungskredit?
Ein Kredit für Arbeiten an Wohnung oder Haus, für den keine Grundschuld eingetragen wird. Er ist damit schneller und unbürokratischer als eine Baufinanzierung, dafür in der Höhe begrenzt. Vergeben wird er zweckgebunden oder zur freien Verwendung.
Können auch Mieter einen Renovierungskredit aufnehmen?
Ja, allerdings meist nur als Ratenkredit zur freien Verwendung. Zweckgebundene Renovierungskredite mit günstigeren Zinsen sind häufig Immobilienbesitzern vorbehalten. Der Steuerbonus nach § 35a EStG steht dagegen auch Mietern für selbst getragene Handwerkerkosten zu.
Wie hoch kann der Kredit sein?
Üblich sind 1.000 bis 50.000 Euro, einzelne Anbieter vergeben bis 100.000 Euro. Entscheidend ist, dass die monatliche Rate tragbar bleibt. Plane einen Puffer von zehn bis fünfzehn Prozent auf die kalkulierten Renovierungskosten ein.
Ist der zweckgebundene Kredit günstiger?
In der Regel ja. Weil die Bank weiß, wofür das Geld verwendet wird und der Wert der Immobilie steigt, liegt der Zinssatz unter dem eines Ratenkredits zur freien Verwendung. Der Preis dafür sind Nachweise über die Arbeiten.
Renovierung oder Modernisierung — was ist der Unterschied?
Renovierung meint optische Auffrischung wie streichen, tapezieren oder neue Bodenbeläge. Modernisierung hebt den Standard, etwa durch Dämmung oder eine neue Heizung. Nur für Modernisierung und energetische Sanierung gibt es Fördermittel — hier lohnt sich der Modernisierungskredit.
Was kostet ein Renovierungskredit über 15.000 Euro?
Zum aktuellen Durchschnittszins von 6,93 Prozent zahlst Du bei 60 Monaten 296,52 Euro monatlich und 2.791 Euro Zinsen insgesamt. Bei 36 Monaten sind es 462,68 Euro Rate und nur 1.656 Euro Zinsen.
Renovierungskredit oder Baufinanzierung?
Bis etwa 30.000 Euro ist der Ratenkredit meist günstiger, weil Notar- und Grundbuchkosten für die Grundschuld den Zinsvorteil aufzehren. Darüber lohnt die grundschuldbesicherte Finanzierung zunehmend.
Brauche ich Nachweise über die Verwendung?
Bei einem Kredit zur freien Verwendung nicht. Zweckgebundene Modernisierungskredite sind manchmal günstiger, verlangen dann aber Rechnungen oder Kostenvoranschläge als Nachweis.
Welche Förderungen gibt es?
Für energetische Maßnahmen KfW-Programme mit Tilgungszuschuss oder direktem Zuschuss, BAFA-Förderung für Heizungsoptimierung, Landes- und Kommunalprogramme sowie den Steuerbonus nach § 35c EStG. Der Antrag muss vor Auftragsvergabe gestellt werden.
Kann ich Handwerkerkosten absetzen?
Ja, nach § 35a EStG 20 Prozent der Lohnkosten, maximal 1.200 Euro jährlich. Absetzbar sind nur Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten, nicht das Material. Voraussetzung: Rechnung und Überweisung — Barzahlung schließt den Abzug aus.
Wie viel Puffer sollte ich einplanen?
Zehn bis zwanzig Prozent der kalkulierten Summe. Bei Renovierungen tauchen regelmäßig unvorhergesehene Kosten auf — ein zu knapp bemessener Kredit führt zur teuren Nachfinanzierung.
Wie lange sollte die Laufzeit sein?
Nicht länger als die Nutzungsdauer dessen, was finanziert wird. Eine Heizung hält 20 Jahre, ein Anstrich fünf. Beachte außerdem: Über fünf Jahre Zinsbindung steigt der Durchschnittszins von rund sieben auf fast neun Prozent.
Durchschnittliche Effektivzinssätze für Konsumentenkredite, Stand Juli 2026 Zinsbindung bis 1 Jahr: 6,35 Prozent. Zinsbindung über 1 bis 5 Jahre: 7,05 Prozent. Zinsbindung über 5 Jahre: 9,00 Prozent. Alle Konsumentenkredite: 8,23 Prozent. Zinsbindung bis 1 Jahr 6,35 % Zinsbindung über 1 bis 5 Jahre 7,05 % Zinsbindung über 5 Jahre 9,00 % Alle Konsumentenkredite 8,23 % Effektivzins p. a. im Neugeschäft, Stand Juli 2026
Für Ratenkredite maßgeblich ist die Zinsbindung von ein bis fünf Jahren (hervorgehoben). Bei längeren Bindungen verlangen Banken deutlich mehr. Quelle: Deutsche Bundesbank, MFI-Zinsstatistik.

Aktuelle Kreditzinsen in Deutschland

Laufzeit / Zinsbindung Effektivzins p. a.
Alle Konsumentenkredite 8,23 %
Zinsbindung bis 1 Jahr 6,35 %
Zinsbindung über 1 bis 5 Jahre 7,05 %
Zinsbindung über 5 Jahre 9,00 %

Durchschnittliche Effektivzinssätze im Neugeschäft deutscher Banken, Stand Juli 2026 (vorläufiger Wert). Quelle: Deutsche Bundesbank, MFI-Zinsstatistik. Es handelt sich um Durchschnittswerte — Dein persönlicher Zinssatz hängt von Bonität, Laufzeit und Anbieter ab.

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